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freiem Himmel Büttelarbeit zu verrichten haben sollt. Zieht den Kerl da aus und haut so lange, als ich’s befehle. Wird's oder wollt ihr angefeuert sein. Fasst den Schurken, zieht ihn aus. Er muss die Belohnung für seine Grausamkeit an meiner alten Mutter empfangen und dazu seid Ihr ganz gut. Wird's!“

 

     „Ziere Er sich nicht, Herr Wohlleben, geprügelt muss werden und 's ist immer besser. Er ist es, als daß wir beide eine Kugel in den Leib kriegen.“ Mit diesem in so unangenehmem Moment fast possenhaft klingenden Trost des Einen der beiden Beifrone, sielen beide über Wohlleben her und entkleideten ihn, sosehr er sich auch sträubte, fast gänzlich. „Legt ihn auf die Erde!“ Kommandierte Stülpner und als dies gleichfalls geschehen war, wobei Wohlleben auf sehr unhöfliche Weise die groben Fäuste seiner Untergebenen empfand, befahl Stülpner, ihn langsam Einer um den Andern, wie es bei der Gerichtsstrafe gebräuchlich, zu schlagen. „Denkt an meine Büchse und daß ich mein Ziel nie verfehle,“ erinnerte der Raubschütz, sein Gewehr zum Schuss anlegend. Auf das Kommando: „Drauf!“ Begann die Exekution. Wohlleben brüllte barbarisch, Stülpner befahl, ihm den Mund zu verstopfen, und nachdem auch diese Anordnung vollzogen war, wurde das unterbrochene Prügelmanöver abermals fortgesetzt.

Nach wenig Minuten trug die Kehrseite des Gerichtsfrons den violetten Anstrich, welcher bei solchen Exekutionen nie ausbleibt. „Ordentlich drauf gehauen oder ich lehre es euch auf meine Weise, was ich ordentlich nenne!“ Rief Stülpner. „Ihr Schufte, habt manchen armen Schelm der tausendmal besser als diese Canaille war, halb totgeschlagen, könnt also Eure Kunst auch an diesem Nichtswürdigen zeigen.

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