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 „Ich verstehe kein Wort von dem was er da sagt,“ entgegnete der Schanker. „Meine Tochter soll ihm ein Vergissmeinnicht zugeschickt und ihn dadurch in die Falle gelockt haben? Das muss er geträumt haben. Meine Tochter hat von der ganzen Geschichte in jener Nacht nichts gewusst, das kann ich beschwören.“

 

 „Tu' Er das nicht,“ sagte Stülpner... „wegen mir braucht Er sich keinen falschen Eid noch auf die Seele zu laden, ich verlange das nicht von ihm. Falsche Schwüre sind an der Seele des Menschen nichts als Eiterbeulen und dergleichen heilt Niemand mit Salbe. Da hilft's beste Mohrenthalsche Pflaster, wie man es in Dresden ächt zu kaufen bekommt, nicht davor.“

 

 „'S ist schlecht von ihm, daß er meiner Tochter Dinge nachsagt, von denen kein Wort wahr ist,“ eiferte jener. „Was soll denn die für'n Vergnügen dabei haben, ihn in die Falle zu locken?“

 

 „'S ist aber geschehen und damit holla! 'S kann möglich sein, daß Ihr nichts davon wisst aber sicher ist's so wie ich sage. Sie war ja auch am Tage vorher zu Besuch bei ihm gekommen, nicht wahr? Na, das ist's, das stand auch in dem scharmanten Brieschen, das sie an meine alte Mutter geschickt und mich aufgefordert hatte, in jener Nacht mich bei der Mutter einzufinden. Sie, Eure Tochter, werde hinkommen, sie habe mir viel mitzuteilen. Nun, ich war schwach genug, auch pünktlich zu kommen. Auch Eure Tochter war, ganz wie es in dem Brieschen stand, bei euch den Tag vorher zu Besuch erschienen, 's traf alles, alles... das wäre eine Heidenfreude gewesen, den Stülpner Karl so wie einen

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