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     Zeitig weckte ihn der Gesang eines Rothkehlchens vor seinen Fenstern und er warf sich in die Kleider. Eine Magd brachte ihm vollkommenes Frühstück und als er nach dessen Genuss hinunterging, sah er den Förster bereits nach dem Schlosse gehen. Stülpner etablierte sich wieder auf die Bank und wartete, seine Morgenpfeife rauchend, der Abfahrtsstunde seines Herrn. Der halbe Vormittag ging darüber hin. Dann kam ein Diener vom Schlosse und rief ihm zu, der Herr Graf Wesseliny werde in einer Stunde zur Reise fertig sein.

 

     Stülpner wollte der Schicklichkeit wegen von der Frau Försterin Abschied nehmen, aber die Türe der Stube, worin die Frau mit den Kindern sich befand, war geschlossen, und wie er zum Fenster hineinschaute und die Frau ihn erblickte, wendete sie ihm verächtlich den Rücken zu und eilte mit den Kindern in die Kammer, deren Türe hinter sich zuschlagend. Der Förster muss mich nicht übel bei seiner Hausehre angestrichen haben,“ sagte Stülpner lachend vor sich hin und verließ die Försterei.

 

      Im Schlosse war eine ungemeine Tätigkeit, mehrere Vierspänner standen nur zur Bespannung bereit und eine Stunde später: fuhr Graf Wesseliny mit zwei andern Kavalieren fort nach Prag.

 

      Graf Martinitz, der seine Gäste bis an die Wagen begleitet hatte, bemerkte Stülpnern und sagte zu ihm:

„Wenn Er's bis zum Forstmeister bringt, da kann Er den gestrigen Tag als Glückstag betrachten.“

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