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wohnenden Edelleute eingeladen und Stülpners Geschicklichkeit im Schießen errang den ungeteiltesten Beifall. Die Frau Gräfin Miarowitsch war bei diesen ihren gräflichen Bruder sehr vergnügenden Schießübungen zugegen und setzte selbst Preise für den besten Schuss aus. Im Voraus war es gewiss, daß Stülpner derjenige war, der die Preise errang. Bei einer dieser Schießvergnügungen fühlte sich Stülpner ungemein überrascht. Das schöne Mädchen, welches dem Grafen beim Einzuge den Blumenstrauß überreichte, sah er unvermutet wieder hinter dem Stuhle der Gräfin. Das hätte ihn fast in seinem sicheren Blicke gestört. Alle mögliche Arten kunstvolle Schüsse waren von den Herren beliebt worden und einer derselben rief:

 

     „Graf Wesseliny, Sie können sich rühmen, einen Wilhelm Tell in Ihren Diensten zu haben. Ihr Leibjäger würde sicherlich einen gleichen Schuss tun, wie dieser, der so berühmt dadurch wurde.“

 

     „Was war das für ein Schuss?“ Fragte Gräfin Miarowitsch, die trotz ihrer Vornehmheit nichts von diesem Schweizerschützen wusste.

 

     Der Magnat erzählte ihr, daß der Landvogt Geßler den Tell gezwungen habe, einen Apfel von seines eigenen Kindes Haupt zu schießen und dieser das Kunststück glücklich durchgeführt habe.

 

     „Würde Er einen solchen Schuss sich zu tun getrauen?“ fragte die Gräfin Stülpnern, der durch die ihm bisher gewordene Bewunderung sehr angeregt worden war und keck antwortete:

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