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durch lautes Aufschreien bezeichnete, hatten indes das Gute, daß er der Bewusstlosigkeit entrissen wurde und seine Sinne und sein Geist in Aufregung versetzt wurden. Nachdem das schwierige Geschäft, ihn in eine gute Lage zu bringen, soweit glücklich vollzogen war, nahm Stülpner, echauffiert von seinen Anstrengungen, einen Schluck Rum und flößte auch dem Schwerverwundeten einen ein, der demselben wohl zu tun schien, indem er ihm die Empfindung der Wärme in den von Kälte und Wundfieber gleich sehr angegriffenen Körper brachte. Stange's Blicke wiesen nicht mehr den gläsernen Ausdruck, sie ruhten auf seinem Retter.

      „Korporal Stange“, sagte Stülpner, „ich hoffe, Er kennt mich. Ich bin Stülpner, Sein guter Freund, den er fürs Leben gern gefuchtelt hätte. Habe Er aber jetzt, wo Er ein halbtoter Mann ist, keine Angst vor mir. Von meiner Seite geschieht ihm kein Leid, weiß es Gott, ich habe keinen bösen Gedanken gegen ihn und wenn ich die Ursache bin, daß ein so rechtschaffener Soldat, wie Er einer ist, mit dem Leben davonkommt, soll mich's freuen. „Hm, ist's nicht ein Spaß, daß ich bei ihm den Samariter spiele, der den am Wege liegenden, von Räubern fast Erschlagenen pflegte und auf sein Ross hob? Nun, aufs Ross habe ich ihn freilich nicht gehoben, nur auf die Rapper, aber es bleibt sich, meine ich, gleich, wie Einer aus seiner schlechten Lage fortkommt, wenn er überhaupt nur fortkommt. Hört Er, was ich sage?“

      Ein leises „Ja“ war die Antwort des Korporals Stange.

      „Ist mir lieb, Korporal“, redete Stülpner weiter.

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