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zu verhungern und obendrein auch ein schönes Stück Geld zu verdienen. Ich habe schießen gelernt.“

 

 „Herr Gott, du willst doch nicht etwa...?“ Die gute alte Frau war von dem Gedanken an Wilddieberei so sehr erschrocken, daß sie ihre Frage auszusprechen ganz unfähig war. „Raubschütz werden?“ Ergänzte Karl . . . „ja, ja, Mutter, erschreckt nicht vor dem Titel des freien lustigen Handwerks. Raubschütz... 's klingt viel schlimmer als die Sache an sich ist. O, denkt doch noch nach, ob es einen Menschen geben wird, der so dumm und so feige sein könne, um hinzugehen und zu den Behörden zu sagen: Da habt ihr mich und straft mich, ich bin Deserteur und Raubschütz und habe Strafe verdient. Schenkt mir nur 's Leben, sonst macht mit mir, was ihr wollt. Beim Teufel, ich gehöre nicht zu den Dummköpfen, wenn's wirklich solche gibt, was ich aber nicht glaube. Ist mir denn eine andere Wahl gelassen, Mutter? leben müsst Ihr, leben muß ich, zum Leben gehört Verdienst. O, ich glaub's wohl, daß ich recht gut ums Tagelohn handlangern könnte. Ei, warum das nicht, und ich tät's, wenn ich Sicherheit für meine Person hätte. Aber da liegt der Hund begraben. Heute wird's ruchbar, daß der Stülpner Karl da oder dort arbeitet, morgen hätten sie ihn in aller Höflichkeit eingewickelt. Im Walde aber ist's was anders, da wickelt mich heute oder morgen keiner ein. Eine geladene Doppelbüchse ist immer ein Ding, wovor der Teufel selbst Respekt hat. O, keine Bange, Mutter, ich werde ein Waldkönig werden auf viele Meilen in der Runde,

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