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Siegesgeschrei, bei dem vorzüglich ihr Führer, der Schneiderheld, in hohen gellenden Tönen etwas Außerordentliches leistete, drang die ganze Schar jetzt lehnan, um den erblickten Raubschützen zu verfolgen. Der Schneider schrie gräulich: „nauf! 'Nauf! Mer kriegen se, mer hab'n se!“ ... und alle, vom Siegesrausch konfus, brüllten ihm nach: „Mer kriegen se, mer hab'n se!“ Fast hatten sie in ihrer Herzensfreude die Höhe erstiegen, als plötzlich Stülpner in der Baumlücke erschien und mit zum Abschuss gehobener Büchse ihnen zurief: „Halt! Wer will was vom Stülpner? Hier bin ich! Der mit mir zu sprechen hat, trete vor und sage es.“

     Eine augenblickliche Pause des gewaltigen Schreckens fesselte die Herren von der Streifpartie, auf solche Überraschung waren sie nicht gefasst, die kam zu unerwartet.       „Keiner hat mit mir zu sprechen? Ihr wollt mich wohl fangen? zurück da! Oder Ihr seid alle des Todes!“

     „Herr Jes, er schießt!“ Kreischte der Schneider. „Feuer!“ Gebot Stülpner, und die Büchsen seiner Gesellen krachten in die blaue Luft. Wie ein sich überstürzender Ameisenhaufen rannten die Helden den Abhang hinab. Viele davon verloren den Boden oder bei der in aller Eile geschehenden Retirade das Gleichgewicht und kollerten herunter, was für die Anderen ein bedeutendes Hemmnis im Rückzuge wurde und manchen wieder zum Falle brachte. Der Schneider sprang wie ein erfahrener Gemsbock durch den toll hinab fliehenden Haufen, welcher, da Stülpner mit seinen Kameraden des Spaßes wegen ihm auf der Ferse folgte, in aller Hast in die hier zum Glück sehr seichte Zschopau rannte, um das jenseitige Ufer zu gewinnen. Um den tollen Spuck zu vermehren,

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