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258. Das Zauberbuch und die gespenstischen Krähen.

(Mitgeteilt vom Sem. Osw. Hübner aus Bernsbach.)


Eine alte Frau in Bernsbach, die selbst schon Großmutter war, erzählte, dass ihr Großvater einst einen alten Freund, der Gasthofsbesitzer in einem andern Orte war, besucht habe. Da gerade Heuernte gewesen, sei der Wirt mit allen seinen Leuten auf die Wiese gegangen, so dass nur sein alter Freund in dem Gasthofe zurückblieb. Dieser erhielt den Auftrag, Bier zu verschänken, wenn Gäste kämen. Als er nun allein gewesen, hätte er ein Buch aus einem Schranke genommen und sich mit Lesen darin vertieft. Auf einmal wäre eine Krähe an

das Fenster gekommen, und bald darauf wären noch mehrere gefolgt, welche sich sämtlich vor der Haustüre niedergelassen hätten. Auf einmal wäre aber der Wirt atemlos in das Haus gestürzt gekommen, hätte dem sonst sehr lieben Freunde eine Ohrfeige gegeben, das Buch weggenommen und die Worte gesprochen: „Wäre ich nicht gekommen, so wärest du in einer Viertelstunde tot gewesen, denn die Krähen hätten dich umgebracht!“ Daran ist bloß das Lesen in dem geheimnisvollen Buche schuld gewesen.

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