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350. Die Venediger auf dem Spitzberge bei Preßnitz.

(Heger und Lienert, Ortskunde von Schmiedeberg, S. 62.)


Der ehemals so ergiebige Bergbau auf edle Erze lockte Bergleute aus weiter Ferne, darunter auch aus dem Venezianischen, sogenannte Venediger, ins Erzgebirge. Einer derselben kam Sommer für Sommer auf den Spitzberg bei Preßnitz. Man wusste lange nicht, was er hier wollte und er selbst sagte niemandem ein Sterbenswortchen davon. Endlich aber ward er doch einmal beobachtet, wie er andächtig kniend zum Himmel betete und sodann aus einer vorüberrieselnden Quelle viele funkelnde Goldkörner in seinen Spitzhut raffte. Nachher sah man den Venediger nie wieder, sei es, dass er sein Glück wo anders versuchte, sei es, dass er, der Schätze schon genug besitzend, für immer in seine Heimat gezogen war.

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