225. Irrlichter bei Annaberg und Scheibenberg. E-Mail

(Chr. Lehmann, Hist. Schauplatz, S. 421. Moritz Spieß, Aberglauben ec. des sächs. Obererzgebirges. Programmarbeit. 1862, S. 39.)


Am Schottenberge unter Annaberg gibts alte Bergkessel und Bingen, an denen der Fußsteig vorbei geht. Daselbst sind etliche Mal bei Nacht, sonderlich zur Winterszeit, Reisende von Irrlichtern betört und in Löcher und tiefen Schnee geführt worden, so dass man sie auf ihr

jämmerliches Schreien und Rufen mit Laternen aufgesucht und gerettet hat.

Im Jahre 1683 ging ein Witwer mit seiner Braut beim Scheibenberger Gottesacker vorbei und sagte: „Da drinnen liegt mein voriges liebes Weib.“ In dem Wort blendet sie ein Licht und umgibt sie ein Feuerschein zweimal, so dass sie mit Schrecken davon gelaufen sind.

Auch bei der Grube „Dorothea“ auf Geiersdorfer Gebiet und bei der Grube „Stern“ auf Mildenauer Revier lässt sich zu gewissen Zeiten ein Lichtlein sehen.



 
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